Anlässlich einer Entscheidung des BFH vom 13.5.2015, der allerdings über die Rechtslage bis zum 31.7.2013 zu entscheiden hatte, wird die Frage wiederholt, ob ein Einspruch mit einfacher E-Mail, d.h. ohne eine qualifizierte elektronische Signatur, eingelegt werden kann. 

Ab dem 1.8.2013 wurde der § 357 (1) 1 AO dahingehend ergänzt, dass der Einspruch auch „elektronisch“ eingereicht werden kann. Ein einfaches elektronisches Dokument – also auch eine einfache E-Mailreicht danach zur Einspruchseinlegung aus. Es bedarf nicht der Einhaltung der strengeren „elektronischen Form“, die eine qualifizierte elektronische Signatur erfordert.

ACHTUNG: Diese bürgerfreundliche Erleichterung gilt allerdings für eine eventuell nachfolgende Klageerhebung nicht: da § 52a FGO formstrenger ist.

ÜBRIGENS: Der BFH hat in seinem aktuellen Urteil entschieden, dass auch nach der bis zum 31. Juli 2013 geltenden Rechtslage ein Einspruch mit einfacher E-Mail, d.h. ohne eine qualifizierte elektronische Signatur, eingelegt werden konnte, wenn die Finanzbehörde einen Zugang für die Übermittlung elektronischer Dokumente eröffnet hat (im Streitfall wurde in dem angegriffenen Bescheid die E-Mail-Adresse der Behörde angegeben).

Vgl. BFH vom 13.5.2015, III R 26/14.